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Bisingen Ein Friseursalon auf 1000 Einwohner

Julia Christiane Hanauer,19.11.2012 07:00 Uhr

 

Bisingen/Grosselfingen - Zwölf Salons auf 12.000 Einwohner: Die Konkurrenz der Friseure in Bisingen und Grosselfingen ist groß. Die Betriebe reagieren sehr unterschiedlich auf die Situation. Einige bieten zusätzliche Dienstleistungen an, andere konzentrieren sich aufs Kerngeschäft.

"Es gibt hier in Bisingen viel Konkurrenz", sagt Monique Gahlert. Die Frisörin und Nageldesignerin machte sich vor neun Monaten selbstständig. "Der Neustart war schwierig", sagt sie rückblickend. Kunden zu gewinnen, sei nicht einfach gewesen. Inzwischen habe sie sich aber etabliert.

Harald Rothfuss, Obermeister der Frisörinnung im Zollernalbkreis, bestätigt: "Für einen Ort wie Bisingen gibt es schon etwas zu viele Salons." Durch die Konkurrenz werde es für jeden kleinen Betrieb schwieriger, zu bestehen. Rothfuss, der einen Laden in Balingen führt, weiß, dass es meist nicht mehr ausreicht, sich alleine auf das Frisörhandwerk zu konzentrieren. "Man muss spezielle Lücken suchen", sagt er. Gerade im Beauty-Bereich steige die Nachfrage. Die Grundtechniken hierfür würden Lehrlinge bereits in der Ausbildung erlernen.

Monique Gahlert hat in ihrem Laden, in dem sie alleine arbeitet, auch eine Ecke für Nageldesign eingerichtet. Mehr als das eigentliche Frisörhandwerk anzubieten, sei wichtig. "Die Kunden wollen das auch", sagt Gahlert.

Das hat auch die Bisinger Frisörin Tina Moumin festgestellt. In ihrem Salon arbeiten inzwischen nicht mehr nur Frisörinnen, sondern auch eine Fußpflegerin und eine Kosmetikerin. Neben einem breiten Angebot sei Weiterbildung wichtig. "Man muss auf dem Laufenden bleiben und über neue Trends bescheid wissen", ist die Frisörin überzeugt. Trotz großer Konkurrenz am Ort bleibt die Bisingerin gelassen: "Ich sehe sie alle als Mitstreiter."

Auch die neuen Medien spielen in der Branche inzwischen eine bedeutende Rolle. Ein Internet-Auftritt sei sehr wichtig, sind sich Monique Gahlert und Tina Moumin einig. Die Kunden wollten sich im Vorfeld informieren und entscheiden. Daher sei eine ständige Aktualisierung bedeutend. Gahlert hat zudem eine Facebook-Seite. "Das ist vor allem für junge Kunden wichtig."

Eine andere Betriebsphilosophie verfolgt Johanna Sprengel aus Grosselfingen. "Wir machen das, was ein Frisör überlicherweise macht", sagt sie. Zusätzliche Angebote wie Haarverlängerung oder Kosmetik gibt es bei ihr nicht. Gerade weil sie sich auf ihr Handwerk spezialisiert habe, kämen die Kunden zu ihr, sagt Sprengel. Bereits vor 30 Jahren, während ihrer Ausbildung, sei diskutiert worden, ob ein zweites Standbein nötig sei. "Ich bin skeptisch, wenn man zweigleisig fährt", sagt sie. Zugleich könne sie sich aber auch durchaus vorstellen, ihr Angebot irgendwann zu erweitern.

Vom allgemeinen Konzept gesehen, verfolgen alle drei Frisörinnen das gleiche Ziel: persönlichen Kundenkontakt, Stammkundschaft und Mund-zu-Mund-Propaganda. Die beiden Bisingerinnen Gahlert und Moumin setzen zudem auf gezielte Sonderaktionen. Für Tina Moumin zählt noch ein weiterer Punkt, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet: "Man muss von sich selbst und seinem Können überzeugt sein."

u Eine Statistik der Handwerkskammer Reutlingen zeigt, dass das Friseurhandwerk zu den ausbildungsstärksten Berufen zählt. 2011 gab es im Kammerbezirk – zu dem auch der Zollernalbkreis zählt – 354 Lehrlinge, im Kreis selbst legten drei Frisöre ihre Meisterprüfung ab. Auch die Zahl der Betriebe zeigt einen Zuwachs. Zu Beginn des Jahres 2011 gab es im Zollernalbkreis 952 Salons, zwölf Monate später waren es 16 mehr. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 65 Betriebe neu eröffnet und 45 geschlossen.